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Späte Erkenntniss
Die Musik war nicht zu beschreiben, nicht mit Worten. Ihre Hände zitterten, in ihren Augen stranden Tränen. Sie nahm nichts wahr außer der Musik, sie war so einzigartig. Mit solch gewählten Tonen, mit solch individuellen Höhepunkten. Mit solch gewagten und doch vollkommen harmonierenden Wechseln von schnell zu langsam. Nichts konnte man damit vergleichen. Es gab nichts irdisches was schöner gewesen wäre als diese Klänge. Nichts auf der Welt was das hätte übertreffen können. Niemand außer ihm der dies hätte schaffen können, umsetzen und vortragen. Es war einmalig vollkommen einzigartig. Tobender Applaus. Schreie, Kreischen als er die Bühe verließ und durch die Menge der Zuschauer lief. Die jubelnde Menge die ihn vergötterte, so wie sie. Nein, nicht so. Sie saß einfach da und sah ihn an, sah ihm nach und beobachtete ihn. Ließ die vorher gehörten Töne in ihren Ohren nachklingen, versuchte jeden einzelnen zu entziffern und merkte, dass dies unmöglich sei.
Wenn man versucht ein Kunstwerk im einzelnen Detail zu betrachten verliert es an schönheit. Man muss das Gesammtbild sehen um es für vollendet zu empfinden. Wenn man in einem Roman die Worte des Autors interpretiert, so greift man in seine eigenen Urteile über diesen Roman ein, man zerstört das Gesammtkunstwerk.
Der Applaus verebbte, einige einzelne kleine Wellen und dann, vollkommene Stille. Die Ruhe vor dem Sturm. Alles war leise. Er stand inmitten der Menschenmasse, legte seinen Bogen auf die Geige und wartete, eine Kunstpause von wenigen Sekunden in denen die Spannung immer mehr stieg, eine spürbare Spannung, welche den ganzen Saal umfasste, von einer Person zur anderen geleitet wurde. Eine kurze Handbewegung seinerseits und die Spannung steig noch weiter, würde er jetzt nicht spielen gäbe es einen Kurzschluss, ein apruptes Ende, doch er setzte ein.
Leise, schleichende harmonie. Aneinanderhängende Töne und geschlossene Übergänge. Dann aufbrausend, plötzlich, wie eine Welle welche genau vor einer Küste entsteht, die man auf sich zurollen sieht ihr jedoch nicht entkommen kann. Und wenn einen dann die Wassermeassen erfassen, hart gegen den Körper prallen, und selbst wenn man weiß, dass nun alles zu Spät ist, so kämpft man doch noch, man kämpft so lange, bis man merkt, dass das Wasser gar nicht mehr hart ist, wenn es einen einmal umschließt, dass man das Gefühl von Geborgenehit verprüt, das warme Gefühl einer Umarmung, einer streichenden, ruhigen Umarmung, in die man sich vollkommen sinken lassen kann.
Man lässt sich einfach von der Umarmung einschließen, geht vollkommen in dem Gefühl der Geborgenheit auf und lässt sich auf den Grund sinken, spürt nicht, dass man nicht mehr atmen kann, vor lauter Hoffnung und Harmonie. Dass man keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, bis das Leben zu Ende geht, bis man kurz vor dem Tode steht, ihn immer näher kommen sieht und versucht ihm zu entkommen, merkt, dass es vergeblich ist und sich ihm hingibt. Die letzten Sekunden seines Lebens noch ein einziges mal genießt bevor alles schwarz wird, bevor man alles andere von sich gehen lässt, bevor man selber geht.
Den Saal verlässt und durch die hohen Flügeltüren in die kalte Abendluft tritt. Erst an diesem Punkt merkt man, wie schnell so etwas doch vorbei ist. Erst an diesem Punkt merkt man, was man alles verpasst hat, indem man nicht auch, wie alle anderen gehandelt hat, auf ihn zugegangen ist um ihn nur einmal zu berühren, um nur einmal seine nähe und seine Wäre zu spüren. Den eigenen Puls höher schlägen lässt.
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Ich habe euch eine neue Seite erstellt, über Schauspielerei, könnt ja einfach mal reinsehen.
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